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Love-Parade oder Excuse-Parade

Ist es zu glauben. Da findet die 19. Love Parade diesmal in Duisburg statt und was passiert? Die Veranstalter tun so, als würden sie die erste Love-Parade veranstalten und machen hierbei solch derbe Fehler, die 21 Todesopfer zur Folge haben. Aber es kommt noch schlimmer!
Die Herren "verantwortlich" für dieses Desaster versuchen nun, die Schuld auf andere Instanzen wie der Polizei, der Feuerwehr oder der Stadt abzuwälzen.
Was sollen die anderen Besucher, die Freunde, Verwandten und vor allem die Familien der Opfer davon halten? Jeder ist sich selbst der Nächste? Das Hemd sitzt dichter als die Jacke?
 
Gestern noch euphorisch auf die "Ausbeute der Love Parade" gegiert, heute mit dem ganzen nichts zu tun haben wollen. Wär‘s gut gegangen, hätten sie sich gegenseitig heiliggesprochen und betont, dass sie es waren, die die Veranstaltung nach Duisburg geholt hatten. Aber da die Herren sich ein wenig verkalkuliert haben, ist heute eben von Heiligsprechungen in den Medien nichts zu finden. Im Gegenteil, momentan kennen sich die "Verantwortlichen" untereinander nicht mal richtig. Jeder ging davon aus, dass der Andere sich um solch banale Themen wie: Sicherheit, Fluchtwege, Krisenmanagement, Panikvermeidung und Katastrophenfall kümmern würde und heute dafür eben auch die Verantwortung für die Banalitäten übernimmt. Doch weit gefehlt. Alle haben ihre Arbeit gut gemacht oder persönlich keine Unterschriften geleistet, und wenn jemand Schuld trägt, dann einer der Anderen.
 
Wie viel Zeit braucht man eigentlich, um solch ein Festival wie die Love Parade zu organisieren? Scheinbar doch höchstens ein paar Stunden, denn die Genehmigung für die Veranstaltung wurde ja schließlich erst morgens am Beginn der Veranstaltung erteilt. Wie konnten dann, wenn die Gefahr, dass die Genehmigung negativ ausfiele, trotzdem am Veranstaltungstag bereits alle Vorbereitungen erfolgreich erledigt gewesen sein? Konnte der Veranstalter vielleicht Gedanken lesen? Für die Zweifler unter uns kommen da doch vielleicht ganz andere Vermutungen hoch. Es kannten sich bereits vor der Veranstaltung alle untereinander. Die Gefahren waren bekannt, aber die Hoffnung auf den Erfolg und den daraus resultierenden persönlichen Vorteil eines jeden.
 
Nun kann man es kaum glauben, aber nach bereits kurzer Zeit ist scheinbar schon Gras über die Sache gewachsen und der gute Bürgermeister, der ja aus bekannten Gründen nicht zurücktreten möchte, wartet nun auf seine Abwahl, um seine finanziellen Ansprüche zu sichern.
Diese stehen ihm doch aber nur dann zu, so sollte man meinen, wenn man seinen Job (als Bürgermeister) im Interesse des Gemeinwohls zufriedenstellend erledigt hat, oder?
Erinnert das nicht den einen oder anderen dabei vielleicht an die Banken und deren Manager. Die wurden auch mehr oder weniger zum Rücktritt „aufgefordert“ und sind dann aber mit ihren millionenschweren Ansprüchen ausgeschieden.
 
Das bedeutet im Klartext:  „Mach deinen Job gut oder schlecht, EGAL, Kohle gibt’s sowieso!!“
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